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		<title>SPD 2009 &#8211; Wahlkampf a la Obama?</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Feb 2010 22:50:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>philip warschkow</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Internet als Instrument einer Wahlkampagne
Das neue Medium ist »kostengünstig [und] massenkompatibel« und ermöglicht eine Revitalisierung der defizitären politischen Kommunikation innerhalb der bestehenden Institutionen. Schulz charakterisiert die Internetöffentlichkeit als »demassifiziert«. Durch Individualisierung entstehen thematische, sprachliche, nationale, politische und soziale Teilöffentlichkeiten, die der Bildung einer homogenen Online-Gesellschaft diametral gegenüberstehen. Trotz dieser Segmentierung lassen sich zwei Nutzungspotenziale [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Internet als Instrument einer Wahlkampagne</strong></p>
<p><strong>Das neue Medium ist »kostengünstig [und] massenkompatibel« und ermöglicht eine Revitalisierung der defizitären politischen Kommunikation innerhalb der bestehenden Institutionen. Schulz charakterisiert die Internetöffentlichkeit als »demassifiziert«. Durch Individualisierung entstehen thematische, sprachliche, nationale, politische und soziale Teilöffentlichkeiten, die der Bildung einer homogenen Online-Gesellschaft diametral gegenüberstehen. Trotz dieser Segmentierung lassen sich zwei Nutzungspotenziale für Wahlkampagnen herausfiltern.</strong></p>
<p><a href="http://dersalon.punkrockag.de/wp-content/uploads/2010/02/37367-DEU_BY_Wahl_SPD_Steinmeier_MAS1124.jpg"><img class="alignleft size-large wp-image-136" title="37367-DEU_BY_Wahl_SPD_Steinmeier_MAS112" src="http://dersalon.punkrockag.de/wp-content/uploads/2010/02/37367-DEU_BY_Wahl_SPD_Steinmeier_MAS1124-635x240.jpg" alt="37367-DEU_BY_Wahl_SPD_Steinmeier_MAS112" width="635" height="240" /></a> </p>
<p>Erstens ist das Internet ein Instrument zur direkten Wählerkommunikation. Parteieigene Angebote entziehen sich medialer Filtereffekte bzw. der „Transformations- sowie Selektionsmacht traditioneller Gatekeeper […] und [kommunizieren] unverzerrt.“ Typische Anwendungsbereiche sind die Bereitstellung  von politischen Programmen, Standpunkten, Reden oder Pressemittelungen auf statischen Webseiten, sowie die unmittelbare Ansprache via E-Mail. Dabei ist neben der externen Wählerkommunikation die interne Parteikommunikation relevant. Zittel spricht von Individualisierung und Politisierung der elektronischen Wählerkommunikation. So entsteht eine Kongruenz zwischen Politiker und Bürger, die abseits der Parteiorganisation in individuellen Kontakt treten. Zudem nutzen Kampagnenplaner E-Mails als Organisations- und Mobilisierungsinstrument. Dieses erhöht die Effizienz bei der Aufgabenkoordination, Helferrekrutierung, Anhängervernetzung und der Verbreitung von Argumentationshilfen und Materialen.</p>
<p>Zweitens ermöglicht das Internet Partizipation und Responsivität. Webseiten haben durch Abstimmungen, Gästebücher oder Kontaktformulare interaktive Rückkanäle. E-Mails sind durch die Möglichkeit der Antwort eine Replikfunktion inhärent. Neue Formen der Online-Beteiligung umfasst O’Reillys Konzept des „Web 2.0“. Es beschreibt einen technischen Entwicklungsstand, in dem durch breite Nutzerbeteiligung positive Netzwerkeffekte entstehen. Die NZZ formuliert treffend, das Internet ist „nicht mehr bloss eine Ansammlung von Webseiten, sondern eine Plattform.“  Diese integriert auf dem Fundament der kollektiven Produktion einen informationsbasierten Austausch von Gütern und Dienstleistungen. Eine Typologie von solchen Angebotsformen liefert die ARD/ZDF-Onlinestudie von 2008: „Weblogs <em>(inkl. Des Microbloggingdienstes Twitter)</em>, Wikipedia, Bilder- und Videocommunitys <em>(z.B. Flickr oder Youtube),</em> Soziale Netzwerke <em>(z.B. MySpace, Facebook oder StudiVZ)</em>, Soziale Lesezeichensammlungen (<em>z.B. Mister Wong)</em>.“ Die gemeinschaftliche Produktion ist durch drei Gesetzmäßigkeiten gekennzeichnet: Partizipation, Emergente Vernetzung und Transparenz.</p>
<p>Direkter Kontakt und Partizipation sind in die Graswurzelstrategie integriert. Die Art der Kampagnenführung ist altbekannt, aber erlebt durch Online-Kommunikation eine Renaissance. Einzelne erhalten die „Gelegenheit aktiv zu werden und durch ihr Handeln den politischen Gang zu beeinflussen.“ Diese Kommunikation „von-unten-nach-oben“ soll idealtypisch Wähler mobilisieren und deren aggregierte Meinung implementieren. Einer erfolgreichen Anwendung steht allgemeine Hemmnis zur technischen Innovation, möglicher Kontrollverlust und hoher finanzieller und organisatorischer Aufwand im Wege.</p>
<p><strong>Vergleich zweier Onlinewahlkämpfe </strong></p>
<p><strong>US-Demokraten 2008 </strong></p>
<p>Der größte Erfolg von Obamas Kampagne ist das Entstehen einer sozialen Bewegung. Beispiellos schafft es das Wahlkampfteam die grundlegende Strategie, der Möglichkeit eines gemeinschaftlichen Wandels, im Internet zu realisieren. Die Botschaften des „Change“ und des kooperativen „Yes We Can!“ mobilisieren über 2 Millionen Wahlkampfhelfer, die zentral konstruiert und instruiert sind, aber trotzdem eigenständig Wahlkampf betreiben können.</p>
<p>Soziale Netzwerke und Videocommunitys dienen der Streuung des strategischen Fundamentes. Negative Taktiken verfolgt Obama nur als Replik auf McCain in regionalen TV-Sendern. Trotzdem erreicht der Angriffswahlkampf per Internetvideo noch während der Vorwahlen einen Höhepunkt. Philip De Vellis veröffentlicht, zunächst anonym, einen Spot namens „Vote Different“ bei YouTube. Dieser zieht Vergleiche zwischen Hillary Clinton und dem Orwells allgegenwärtigen „Big Brother“ aus 1984. Ob die Beteuerung stimmt, dass „wir […] damit nichts zu tun“ haben ist fraglich, da De Vellis Firma für Obamas Wahlkampfteam arbeitet. Das Angebot auf Obama TV und YouTube beinhaltet insgesamt 2.000 zielgruppengerechte positive Beiträge. Ästethisch und teleologisch optimierte Videos stilisieren Barack Obama als heroischen Führer seines Volkes. Sie zeigen außerdem die persönliche und familiäre Seite des Kandidaten, sowie Helfer bei house party-, fielding-, oder canvassing-Tätigkeiten. Letzteres sind zentrale Aspekte der Responsivität. Die Mit-Wahlkämpfer sprechen bei selbstorganisierten Veranstaltungen (<em>house parties</em>), potentielle Wähler direkt an (<em>fielding</em>) und erheben Kontaktadressen, sowie Angaben zu persönlichen oder politischen Präferenzen (<em>canvassing</em>). Diese Daten verwaltet eine Datenbank, die stetig wächst und die Effizienz der Direktansprache steigert.</p>
<p>Akquirierung und Führung der Freiwilligen vollzieht sich in Online-Netzwerken. Ein Dutzend Soziale Netzwerke bespielt die Kampagne. Das 90-köpfige Onlineteam versorgt die knapp 5 Millionen Freunde Obamas regelmäßig mit Terminen und ruft zudem zur aktiven Teilnahme auf. Strategisch bedeutender ist das hauseigene „organization network“ my.barackobama.com (<em>MyBO</em>). Neben der personellen Verknüpfung der User untereinander, revolutionert MyBO den Informations- und Materialfluss. Durch Publikation der Datenbank, bekommen die Helfer Zugang zu Kontaktadressen der unentschlossenen Wähler. Weiterhin beinhaltet die Webseite politische Programme und Ideen. Die Abteilung „issues“ präsentiert 30 Themen und vergleicht prägnant und wertneutral die Standpunkte der beiden Kandidaten.</p>
<p>Direkte Ansprache erfolgt mit E-Mails. Die 13 Millionen Adressaten erhalten zielgruppengerechte Mitteilungen; sortiert nach sozialem Stand, Abruf- bzw. Lesezeitpunkt und Integrationsgrad. Insgesamt gibt es 7.000 verschiedene Entwürfe. Falls jemand fielding per Telefon betreibt, bittet Obamas Online Operation (<em>Tripple O</em>) um die Ausrichtung einer house party; falls jemand gespendet hat bittet Tripple O um weitere Spenden. Das fundraising bildet schließlich den größten Erfolg. Zwei Drittel der 750 Millionen US-Dollar Spenden treibt Obama im Internet ein.</p>
<p>Marshall Ganz, Dozent für Public Policy an der Harvard Universität bemerkt schließlich: „A good campaign needs skilled carpenters to use tools as well as [Obamas team] did.” Ohne ein großes, professionelles und gleichsam teures Team gibt es keine erfolgreiche Kampagne.</p>
<p><strong>SPD 2009 </strong></p>
<p>Im Gegensatz zu den USA führt der deutsche Spitzenkandidat den Wahlkampf nicht autark, sondern innerhalb bestehender Parteistrukturen. Wie Brettschneider nachweist, beurteilen Wähler einen Kandidaten immer vor dem Hintergrund seiner Parteizugehörigkeit. Daraus folgt, dass alle Elemente einer Kampagne zugleich Partei und Person bedienen müssen.</p>
<p>Die elektronischen Messer der SPD sind scharf gewetzt. Auf den Launch eines sozialen Netzwerkes namens MeineSPD.de im Oktober 2007 und dessen Erneuerung Anfang 2009, folgt im Frühjahr der Start einer exklusiven Kampagnenplattform und einer Webseite für den Spitzenkandidaten. Parallel legt das Wahlkampfteam diverse Profile bei Socnets an. Ab dem 4. August twittert Steinmeier beim gleichnamigen Microblogging-Dienst, dessen Bedeutung für die politische Kommunikation umstritten ist; nicht umsonst bezeichnet Die Zeit Twitter als die „Klowand des Internets.“</p>
<p>Trotz des quantitativen Aufwandes ist die Resonanz und Respons gering. Ein gemeinsames „Anpacken. Für unser Land!“ ist nicht festzustellen. Bei allen Socnets hat die SPD und Steinmeier zusammen 30.000 Unterstützer. Die hauseigenen Netzwerke zählen ca. 41.000 Registrierungen. Die Partei schafft es nicht die grundlegenden „acht Ziele“ &#8211; Löhne, Klima, Bildung Familie, Frauen, Toleranz, Zügel für den Kapitalismus und Fortschritt &#8211; zu verankern; ein blasser unentschlossener Spitzenkandidat und die fehlende Machtoption verhindern einen weitreichenden Erfolg.</p>
<p>Die Webvideos … Hey, was geht ab! Lassen Innovation/Kreativität erkennen.</p>
<p>Crowsourcing-Logo.</p>
<p>Negativität benötigt einen anfechtbaren Opponenten. Doch hat sich die CDU im Wahlkampf nicht positioniert, um Angriffsfläche für die SPD zu bieten. Trotzdem führt die SPD eine Anti-Merkel-Kampagne durch. Ein einminütiger TV-Spot bezeichnet Merkel als „die Kanzlerin die zögert, die Kanzlerin die entschieden abwartet, die Kanzlerin﻿ die sofort und nachhaltig zaudert.“ Das Internet bildet nur einen zusätzlichen Publikationskanal für diese Art von Videos.</p>
<p>Der Bericht eines Kampagneninsiders offenbart zudem organisatorische Mängel: die Webseiten sind nicht aktuell genug; die zeitaufwändige Bürokratie; die endgültige Entscheidungshoheit von Kajo Wasserhövel; die geringe Bereitschaft zur Selbstreflexion und schließlich fehlerhafte Mitteilungen, wie Doppelmails, fehlende Links oder ungeordnetes und überaltertes Material. Entgegen der Entwicklung zur Externalisierung der Wahlkampfzentrale seit 1998, integriert man diese wieder in die Parteistrukturen. Hier koppeln sich Professionelle Agenturen, alte und neue Wahlkämpfer an die Parteielite. Von diesem kommunikativen Knotenpunkt mobilisert die Nordkurve die parteiinternen Graswurzeln.  Anzahl -&gt; Nordkurve Video.</p>
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		<title>Solidarität in Danzig</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 11:00:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>philip warschkow</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Streik ist seit jeher ein Mittel der Unmutsäußerung der Osteuropäer, während des Kalten Krieges. In der DDR (17. Juni), Ungarn (1956) und der CSSR (Prager Frühling) werden Emanzipationsversuche durch Warschauer Pakt-Truppen brutal und nachhaltig niedergeschlagen. Zwar macht die polnische Opposition ebenso blutige Erfahrungen, doch werden vor allem Arbeiterschaft und Studentenschaft nicht Müde öffentlich gegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Streik ist seit jeher ein Mittel der Unmutsäußerung der Osteuropäer, während des Kalten Krieges. In der DDR (17. Juni), Ungarn (1956) und der CSSR (Prager Frühling) werden Emanzipationsversuche durch Warschauer Pakt-Truppen brutal und nachhaltig niedergeschlagen. Zwar macht die polnische Opposition ebenso blutige Erfahrungen, doch werden vor allem Arbeiterschaft und Studentenschaft nicht Müde öffentlich gegen die Okkupationsherrscher &#8211; hier schwingt die allgemeine russophobe Haltung vieler Polen mit &#8211; zu opponieren (1956, 1968, 1970, 1976).<span id="more-88"></span></p>
<p>Im Polen der frühen 80er-Jahre entladen sich dann jene Entwicklungen, die ein Jahrzehnt später zum Kollaps des Sowjetblocks führen. Es war die miserable Lage der polnischen Wirtschaft, die die Menschenmassen mobil werden lassen. Preissteigerungen, Arbeitszeitverlängerungen und Versorgungsengpässen stehen eine Stagnation der Löhne gegenüber. Kurz: Mehr Arbeit, weniger Kaufkraft. So erklärt sich auch, dass die Forderungen ökonomisch-moralischer Natur sind und kein politischer Systemwechsel als Ziele ausgeben wird.</p>
<p>Ihren Kristallisationspunkt hat die Augustbewegung des Jahres 1980 zweifelsohne in der  Danziger Werft. Am 14. August legen die Werftangestellten die Arbeit nieder und besetzen das Werftgelände. Diese neue Form des Besetzungsstreiks ist aus zweierlei Gründen sinnvoll: Erstens erhält der Streik ein Zentrum. Von hier können Aktionen effektiver geplant und strukturiert werden. Dem einzelnen Arbeiter fällt es zudem leichter, sich dem Streik durch simple Arbeitsniederlegung anzuschließen. Zweitens gewährt dieses Zentrum einen höheren Sicherheitsgrad. Übergriffe von Polizei oder Militär werden unwahrscheinlicher.</p>
<p>Überwölbendes Konstrukt: Studentenschaft, Arbeit, Intelligenz, Volk</p>
<p>Von diesem Danziger Zentrum geht eine enorme Strahlkraft zumindest für die gesamte Ostseeregion aus,</p>
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		<title>Eine Garantie für Frieden?</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 12:39:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>philip warschkow</dc:creator>
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		<category><![CDATA[krieg und frieden]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Bilanz des vergangenen Jahrhunderts fällt blutig aus. In 471 Kriegen haben circa 100 Millionen Menschen ihr Leben gelassen.[1] Dem gegenüber steht die rasante ökonomische Entwicklung in dieser Zeitspanne. Die unter dem Begriff der Globalisierung zusammengefassten ökonomischen Phänomene der Integration der Länder der Erde, der Verdichtung der weltweiten Marktverflechtung und der Zunahme der transnationalen Faktormobilität,[2] [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://dersalon.punkrockag.de/wp-content/uploads/2009/11/K4F.Der-Totale-Krieg1.jpg"><img class="alignleft size-large wp-image-122" title="K4F.Der Totale Krieg" src="http://dersalon.punkrockag.de/wp-content/uploads/2009/11/K4F.Der-Totale-Krieg1-616x240.jpg" alt="K4F.Der Totale Krieg" width="616" height="240" /></a>Die Bilanz des vergangenen Jahrhunderts fällt blutig aus. In 471 Kriegen haben circa 100 Millionen Menschen ihr Leben gelassen.<a href="#_ftn1">[1]</a> Dem gegenüber steht die rasante ökonomische Entwicklung in dieser Zeitspanne. Die unter dem Begriff der Globalisierung zusammengefassten ökonomischen Phänomene der Integration der Länder der Erde, der Verdichtung der weltweiten Marktverflechtung und der Zunahme der transnationalen Faktormobilität,<a href="#_ftn2">[2]</a> haben ein nie da gewesenes Ausmaß erreicht. Diese Entwicklungen geben Hoffnung, denn nach weitläufigen Annahmen besteht eine direkte Verbindung zwischen ökonomischen Verflechtungen und der Aufrechterhaltung des Friedens. In diesem Zusammenhang verwundert jedoch die verblüffend hohe Anzahl an kriegerischen Handlungen.</p>
<p>Nachfolgend soll erörtert werden, inwiefern diese Quantitäten dem realen Zusammenhang, zwischen verstärkter internationaler Kooperation auf wirtschaftlichem Gebiet und deren Auswirkung auf mögliches Konfliktgeschehen, Rechnung tragen. Den Anfang der Betrachtung stellt eine prägnante Erklärung der von Thomas Friedman aufgestellten Theorie zu diesem Thema. Nachfolgend stehen sowohl die Entwicklung und die Ausprägung internationaler wirtschaftlicher Interdependenzen, sowie ihre friedenserhaltende Wirkung im Blickpunkt. Den Bogen schließen Indizien, wie der Wandel des internationalen Systems nach dem Jahr 1945, die gegen die Auffassung des Journalisten sprechen.</p>
<p>Die Relevanz des Themas drückt sich vor allem in  der Suche nach dem Patentrezept für eine friedliche Koexistenz aller Staaten aus.<span id="more-78"></span></p>
<p align="center"><em>Die Dell-Theorie</em></p>
<p><img class="alignleft" title="thomas_friedman" src="http://dersalon.punkrockag.de/wp-content/uploads/2009/11/thomas_friedman-300x165.jpg" alt="thomas_friedman" width="300" height="165" /></p>
<div class="alignleft">„Sometime they`ll give a war and nobody will come.“<a href="#_ftn3">[3]</a> Erstaunlich treffend ist in diesem Ausspruch die Quintessenz der von Thomas Friedman in „The Lexus and the Olive Tree”<a href="#_ftn4">[4]</a> aufgestellten „Mc Donalds-Theorie“ zusamengefasst. Entsprechend dieser Behauptung, zieht es die Bevölkerung in Staaten mit wachsender Mittelschicht vor, den erreichten Lebensstandard zu halten und nicht an einem Krieg zu partizipieren, der den erarbeiteten Wohlstand in Schutt und Asche legt. In seinem Buch „The World is Flat“<a href="#_ftn5">[5]</a>, baut Friedman auf dieser These auf und erweitert sie zur „Dell-Theorie“, wonach die Ausbreitung globaler Wertschöpfungsketten ein größeres Hemmnis für einen Krieg darstellt, als der Anstieg des Existenzniveaus. Dem folgend deduziert der New York Times-Kolumnist die Annahme, dass keine zwei Länder gegeneinander Krieg führen, wenn sie Teil der globalen Wertschöpfungskette sind.<a href="#_ftn6">[6]</a></div>
<p align="center"><em> </em></p>
<p align="center"><em>Das Netz globaler Wirtschaftsverflechtungen</em></p>
<p>Diese Kette ergibt sich durch die weltweite Verteilung der Fertigungsprozesse und ist, mit ihrem Ausgangspunkt im 20.Jahrhundert, ein neues Phänomen. Der zwischenstaatliche Austausch von Menschen, Waren, Dienstleistungen, Kapital und Informationen hingegen, findet seit der Existenz von Staaten statt. So geartete wechselseitige Transfers haben sich im Verlauf der Geschichte verdichtet und diversifiziert, wodurch sich das Netz wirtschaftlicher Verflechtungen ausspinnen konnte. Die letzten Jahrzehnte betrachtend weist der Grad der ökonomischen Verbindungen eine steigende Tendenz auf, da mehr und mehr Länder die Schwelle hin zur industriellen Wettbewerbsfähigkeit überschreiten.<a href="#_ftn7">[7]</a> Ausdruck zunehmender kommerzieller Interdependenzen ist das hohe Außenhandelswachstum, was dem Abbau von Handelshemmnissen durch Regionalabkommen<a href="#_ftn8">[8]</a> und internationale Vertragswerke anzurechnen ist. Solcherweise stieg der Anteil der von regionalen Abkommen betroffenen Teile des Welthandels von 10% im Jahr 1990 auf 31% zwölf Jahre später.<a href="#_ftn9">[9]</a> Diese Ausdehnung der  Regionalisierung knüpft friedenserhaltende Bänder zwischen Staaten und wirkt somit präventiv im Hinblick auf potentielle Konflikte. Eine Internationalisierung der Produktion und weitere Forcierung der wirtschaftlichen Verkettungen findet durch steigende Auslandsinvestitionen statt. Betrugen deren Zuwachsraten in den 1980er Jahren noch 10%, waren es Ende der 1990er Jahre schon 37%.<a href="#_ftn10">[10]</a> Derartige Investitionen schaffen Realkapital<a href="#_ftn11">[11]</a> im Ausland und entziehen somit einer möglichen kriegerischen Auseinandersetzung die Legitimation, da mit der Zerstörung ausländischer Infrastruktur, die Vernichtung der eigenen Investitionen einhergeht. Ein entscheidendes Novum stellen die Entwicklungen auf dem Gebiet der Nachrichten- und Informationstechnik dar, die sich im letzten Jahrhundert im globalen Maßstab vollzogen haben. Neue Technologien haben die Transaktionskosten in solch einem Maße gesenkt, dass Transportentfernungen und -aufwendungen im Produktionsprozess nur noch eine unterrangige Rolle zukommt und international agierende Unternehmen in die Lage versetzt, Wertschöpfungsketten länderübergeifend arbeitsteilig zu gestalten. Das hebt die räumliche Bindung von Gütern und Dienstleistungen auf und real existierende Grenzen verschwinden. Die daraus folgende Bedeutungsschwächung des räumlich abgrenzbaren Territoriums als zentrales Element des Staatsbegriffes<a href="#_ftn12">[12]</a> impliziert eine mit der zunehmenden wirtschaftlichen Integration einhergehende Erosion des Staates. Ausgehend vom Konzept der Weltgesellschaft<a href="#_ftn13">[13]</a> als Konsequenz der Globalisierung, schrumpft die Welt sprichwörtlich zu einem Dorf.<a href="#_ftn14">[14]</a> Somit sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Krieges zwischen zwei Volkswirtschaften in der Weise wie auch die Bedeutung des Staates als Hauptakteur eines solchen Konfliktes schwindet. Ein weiteres Argument für die Annahme Friedmans ist, dass es um einen Krieg siegreich zu bestreiten, zweierlei grundlegender Dinge bedarf: einer hoch motivierten Armee und einer produktiven Gesellschaft.<a href="#_ftn15">[15]</a> Als Problem offenbart sich hierbei jedoch, dass eine Gesellschaft nicht produktiv sein kann, wenn ihre Mitglieder Teil der globalen Wertschöpfungskette sind, da diese im Kriegsfall abbricht.</p>
<p>Alle Fakten zusammentragend, ist bei einer Betrachtung der wirtschaftlichen Entwicklung in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts zu konstatieren, dass die ökonomischen Verflechtungen zugenommen haben und weiterhin zunehmen werden. Ein Blick auf die stattgefundenen Kriege verrät, dass seit 1945 90% aller Kriege in Entwicklungsländern, mit eher geringen wirtschaftlichen Verflechtungen stattgefunden haben.<a href="#_ftn16">[16]</a> Außerdem sind die ökonomisch stark verknüpften Regionen USA und Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs  vollständig beziehungsweise weitgehend von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont geblieben. <a href="#_ftn17">[17]</a></p>
<p align="center"><em>Indizien gegen voreilige Schlussfolgerungen</em></p>
<p>Als eine erste Schlussfolgerung drängt sich infolgedessen eine Konnexion zwischen ökonomischer Verflechtung und dem Zustand des Friedens auf. Doch es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass sich das internationale System seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges grundlegend gewandelt hat. Das Führen eines Krieges, der gemäß der Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung definiert wird als ein gewaltsamer Massenkonflikt,<a href="#_ftn18">[18]</a> galt noch vor dieser Zeit als legitimes Mittel im Rahmen nationaler Machtpolitik und diente zuvorderst dem Zweck des Machtgewinns in Form von Raum, Ressourcen, Menschen und Märkten.<a href="#_ftn19">[19]</a> Für heutige Staatsmänner ist diese Sinngebung jedoch fragwürdig und ökonomisch nicht sinnvoll. Schließlich generiert sich der Wohlstand eines modernen Staates aus dem Wissen und Können seiner Bevölkerung. Diese kreativen Fähigkeiten können nicht durch Kriege gewonnen werden. Hinzu kommt, dass die Kriegskosten seit Mitte des 19.Jahrhunderts exponentiell gestiegen sind und sowohl ökonomische als auch menschliche und soziale Kosten umfassen. Für Volkswirtschaften sind diese Lasten nicht tragbar und würden überdies eine existenzielle Bedrohung darstellen. Denn neben der Verminderung des Wirtschaftswachstums und den gesundheitlichen Folgekosten, legen vor allem die Zerstörung von Infrastruktur und die Erosion von Sozialkapital<a href="#_ftn20">[20]</a> zukünftigen ökonomischen Entwicklungen  schwere  Steine in den Weg.<a href="#_ftn21">[21]</a> Das ist jedoch nur eine Lehre, die aus dem Zweiten Weltkrieg zu ziehen ist und die Staaten veranlasste einen Paradigmenwechsel von konfrontativer Machtpolitik hin zu kooperativer Regionalpolitik zu vollziehen und der Nullsummen-Politik des Weltkrieges den Rücken zu kehren.<a href="#_ftn22">[22]</a> Weitere strukturelle Veränderungen innerhalb der Staatenwelt, die zur Konfliktmäßigung beitragen, betreffen die multilaterale Einbettung in internationale und transnationale Organisationen, die eine immer größer werdende Zahl von Politikbereichen umfassen. Diese Körperschaften leisten einen bedeutenden Beitrag zur Kodifikation gemeinsamer Werte und Normen und verfügen über friedliche Streitschlichtungsmechanismen. Auch die Entstehung des internationalen Menschenrechtsregimes, das auf universaler Ebene im Rahmen der Vereinten Nationen etabliert ist und lokal durch diverse Regionalabkommen ergänzt wird, ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die zwischenstaatliche Friedenserhaltung. Wesentlich ist zudem der nach dem Kriegsende eingetretene Prozess der zunehmenden Demokratisierung der Staatswesen. Liberale Denkschulen innerhalb der Disziplin der Internationalen Beziehungen vertreten, dieser Entwicklung Rechnung tragend, die Theorie des demokratischen Friedens, wonach ein Krieg zwischen zwei Demokratien ausgeschlossen ist. Denn der normativen Logik folgend, externalisieren demokratische Staaten ihre Normen und begegnen sich mit gegenseitigem Vertrauen und Respekt. Gemäß der institutionellen Logik dieser Lehrmeinung haben demokratisch legitimierte Politiker eine Verantwortlichkeit gegenüber der Öffentlichkeit  und ihnen obliegt eine Rechenschaftspflicht gegenüber der Gesellschaft. Somit können sich die Verantwortlichen nur auf einen Konflikt einlassen, wenn es eine breite öffentliche Unterstützung dafür gibt. Doch schon Kant prägte die Idee, dass die Öffentlichkeit generell gegen einen Krieg ist, da sie für einen solchen die Kosten tragen muss.<a href="#_ftn23">[23]</a></p>
<p>Alle dieser neueren Entwicklungen haben zum Verschwinden der klassischen zwischenstaatlichen Kriege beigetragen, so dass seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nur 17% aller gewaltsam ausgetragenen Massenkonflikte diesem Typus zugeordnet werden können. Weiterhin fand die Mehrheit der eingangs erwähnten Kriege in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts statt, so dass sich die absolute Zahl der zwischen Staaten geführten Waffengänge seit dem Jahr 1945 auf 37 beläuft, wobei keine der opponierenden Parteien wirtschaftliche stark miteinander verflochten waren.<a href="#_ftn24">[24]</a> Eine dominierende Rolle haben die interstaatlichen Kriege übernommen, die vor allem in den 40 bis 60 Staaten, die von einer Erosion des Gewaltmonopols und der abnehmenden Leistungsfähigkeit staatlicher Institutionen bedroht sind, zu lokalisieren sind.<a href="#_ftn25">[25]</a></p>
<p align="center"><em> </em></p>
<p align="center"><em>Fazit</em></p>
<p>Die empirischen Daten sprechen eindeutig für die These Friedmans, denn sie belegen, dass es bis dato keinen Krieg zwischen zwei wirtschaftlich eng verflochtenen Staaten gab. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass die internationale Arbeitsteilung mitbewirken kann, dass Kriege unwahrscheinlicher werden. Denn die vertikale Verteilung der Wertschöpfungskette um die Welt wirkt in der Weise, dass potentielle Motive für einen Krieg restringiert werden und die Bereitschaft zum Waffengang herabgesetzt wird. Jedoch ist hierbei fraglich, ob der Umstand der wirtschaftlichen Verflechtung zum Zustand des Friedens in erster Instanz beiträgt und somit tatsächlich als Ursache identifiziert werden kann. Denn essentielle Voraussetzung für ökonomische Kooperation ist zuallererst, dass Stabilität in einem Land gewährleistet ist. Nur dann haben Unternehmen Vertrauen und investieren. Es bedarf folglich demokratisch legitimierter Institutionen, die verantwortlich gemacht werden können. Dies führt zu der Annahme, dass die Demokratie eine Voraussetzung für beides ist: wirtschaftliche Verflechtungen und Frieden. Bestreitbar ist hierbei nicht das wechselseitige Verhältnis in dem beides miteinander steht. Somit sind wirtschaftliche Verflechtungen nicht nur ein Hemmnis, gegeneinander Krieg zu führen, sondern ihre Existenz wäre ohne Frieden gar nicht möglich. Aus diesem Zusammenhang wird eine deutlich größere Abhängigkeit der wirtschaftlichen Beziehungen von Frieden erkennbar, als es umgekehrt der Fall ist. Dementsprechend ist der These Friedmans zwar nicht zu widersprechen, jedoch kann sie auch nicht zu 100 Prozent verifiziert werden. Die Umkehr der Annahme führt zu einer stichhaltigeren Aussage und lautet: Der Frieden zwischen zwei Volkswirtschaften stellt die Bedingung für wirtschaftliche Verflechtungen dar.</p>
<hr size="1" /><a href="#_ftnref1">[1]</a> Vgl. Pfetsch, Frank R.: Globale Wandlungen im Konflikt- und Kriegsgeschehen. War das 20.Jahrhundert ein kriegerisches? In: <em>Voigt</em>, <em>Rüdiger</em> (Hrsg.): <em>Krieg</em> – <em>Instrument der Politik</em>?, Baden-Baden 2002, S.228 f.</p>
<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> Vgl. Walter, Rolf: Geschichte der Weltwirtschaft. Eine Einführung, Köln/Weimar/Wien 2006, S.202.</p>
<p><a href="#_ftnref3">[3]</a> Zitat von Carl Sandburg.</p>
<p><a href="#_ftnref4">[4]</a> Vgl. Friedman, Thomas L.: The Lexus and the Olive Tree. New York 1999.</p>
<p><a href="#_ftnref5">[5]</a> Vgl. Friedman, Thomas L.: The World is Flat. New York 2005, 1.Aufl.</p>
<p><a href="#_ftnref6">[6]</a> Vgl. Ebd, S.414 ff.</p>
<p><a href="#_ftnref7">[7]</a> Vgl. Walter, Rolf: Geschichte der Weltwirtschaft. Eine Einführung, Köln/Weimar/Wien 2006, S.208.</p>
<p><a href="#_ftnref8">[8]</a> Beispiele hierfür sind: NAFT, Asean, MERCOSUR oder FTAA.</p>
<p><a href="#_ftnref9">[9]</a> Vgl. Ebd. S.205.</p>
<p><a href="#_ftnref10">[10]</a></p>
<p><a href="#_ftnref11">[11]</a> Zum Beispiel in Form von Tochterunternehmen.</p>
<p><a href="#_ftnref12">[12]</a> Neben dem Staatsvolk und der Staatsmacht.</p>
<p><a href="#_ftnref13">[13]</a> Vgl. Walter, Rolf: Geschichte der Weltwirtschaft. Eine Einführung, Köln/Weimar/Wien 2006, S.202.</p>
<p><a href="#_ftnref14">[14]</a> Vgl. Ebd. S.211.</p>
<p><a href="#_ftnref15">[15]</a> Vgl. Rosato, Sebastian: The Flawed Logic of Democratic Peace Theory. American Political Science Review Vol. 97 Nr. 4, 2003, S.595.</p>
<p><a href="#_ftnref16">[16]</a> Vgl. Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung unter: http://www.sozialwiss.uni-hamburg.de/publish/Ipw/Akuf/kriege_aktuell.htm#Def , letzter Zugriff am 28.07.06.</p>
<p><a href="#_ftnref17">[17]</a> Vgl. <em>Voigt</em>, <em>Rüdiger:</em> <em>Krieg</em> – <em>Instrument der Politik</em>? Bewaffnete Konflikte im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert, in:  <em>Voigt</em>, <em>Rüdiger</em> (Hrsg.): <em>Krieg</em> – <em>Instrument der Politik</em>? Bewaffnete Konflikte im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert,  Baden-Baden 2002, S.20.</p>
<p><a href="#_ftnref18">[18]</a> Dieser muss folgende Merkmale Aufweisen: (a) an den Kämpfen sind zwei oder mehr bewaffnete Streitkräfte beteiligt, bei denen es sich mindestens auf einer Seite um reguläre Streitkräfte der Regierung handelt/ (b) auf beiden Seiten muß ein Mindestmaß an zentralgelenkter Organisation der Kriegführenden und des Kampfes gegeben sein/ c) die bewaffneten Operationen ereignen sich mit einer gewissen Kontinuierlichkeit, nachzulesen unter: http://www.sozialwiss.uni-hamburg.de/publish/Ipw/Akuf/kriege_aktuell.htm#Def , letzter Zugriff am 28.07.06.</p>
<p><a href="#_ftnref19">[19]</a> Vgl. <em>Voigt</em>, <em>Rüdiger:</em> <em>Krieg</em> – <em>Instrument der Politik</em>? Bewaffnete Konflikte im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert, in:  <em>Voigt</em>, <em>Rüdiger</em> (Hrsg.): <em>Krieg</em> – <em>Instrument der Politik</em>? Bewaffnete Konflikte im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert,  Baden-Baden 2002, S.28.</p>
<p><a href="#_ftnref20">[20]</a> Das Sozialkapital betrifft vor allem die Erwartungsverlässlichkeit und das wechselseitige Vertrauen.</p>
<p><a href="#_ftnref21">[21]</a> Vgl. Debiel, Tobias/Messner, Dirk/Nuscheler, Franz (Hrsg.): Globale Trends 2007. Frieden Entwicklung Umwelt, Frankfurt a.M. 2006, S.94.</p>
<p><a href="#_ftnref22">[22]</a> Vgl. Pfetsch, Frank R.: Globale Wandlungen im Konflikt- und Kriegsgeschehen. War das 20.Jahrhundert ein kriegerisches? In: <em>Voigt</em>, <em>Rüdiger</em> (Hrsg.): <em>Krieg</em> – <em>Instrument der Politik</em>?, Baden-Baden 2002, S.226.</p>
<p><a href="#_ftnref23">[23]</a> Vgl. Rosato, Sebastian: The Flawed Logic of Democratic Peace Theory. American Political Science Review Vol. 97 Nr. 4, 2003, 585–602.</p>
<p><a href="#_ftnref24">[24]</a> Vgl. Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung unter: http://www.sozialwiss.uni-hamburg.de/publish/Ipw/Akuf/kriege_aktuell.htm#Def , letzter Zugriff am 28.07.06.</p>
<p><a href="#_ftnref25">[25]</a> Vgl. Debiel, Tobias/Messner, Dirk/Nuscheler, Franz (Hrsg.): Globale Trends 2007. Frieden Entwicklung Umwelt, Frankfurt a.M. 2006, S.81.</p>
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		<title>Die Qual mit der Wahl</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 08:33:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>philip warschkow</dc:creator>
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		<category><![CDATA[politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Bundeswahlgesetz gibt die Zahl der zu wählenden Abgeordneten vor (derzeit 598). Es teilt mit der Anlage (Stand vom 23. Juli 2005) das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland in Wahlkreise ein (§ 2). Die Wahlkreiseinteilung muss sich dem Verlauf der Landesgrenzen anpassen, die Schwankungsbreite von 15 % über und unter dem Mittel darf bei der Bevölkerungszahl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Bundeswahlgesetz gibt die Zahl der zu wählenden Abgeordneten vor (derzeit 598). Es teilt mit der Anlage (Stand vom 23. Juli 2005) das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland in Wahlkreise ein (§ 2). Die Wahlkreiseinteilung muss sich dem Verlauf der Landesgrenzen anpassen, die Schwankungsbreite von 15 % über und unter dem Mittel darf bei der Bevölkerungszahl nicht über- oder unterschritten werden, das Gebiet muss zusammenhängend sein (§ 3).<br />
<span id="more-67"></span>Der Wahlberechtigte kann zwei Stimmen, die Erststimme für den Direktkandidaten und die Zweitstimme für die Partei der Landesliste, abgeben (sog. Personalisierte Verhältniswahl, §§ 4–7). (Erläuterung siehe: Bundestagswahl)</p>
<p>Als Wahlorgane werden der Bundes-, Landes- und Kreiswahlleiter mit jeweils einem Wahlausschuss gebildet. Für den Wahlbezirk wird ein Wahlvorstand ernannt (§§ 8, 9). Die Berufung in ein solches Organ ist ein Ehrenamt, das nur aus gutem Grund abgelehnt werden darf.</p>
<p>Der Wahltag selbst wird durch den Bundespräsidenten angeordnet. Er muss auf einen Sonntag oder einen gesetzlichen Feiertag fallen. Grundsätzlich ist der Turnus von vier Jahren ausschlaggebend. Der Bundespräsident muss den Wahltag daher frühestens 46 Monate und spätestens 48 Monate nach der Einberufung des vorhergehenden deutschen Bundestages festsetzen.</p>
<p>Die Stimmzettel (§ 30) sind amtlich herzustellen. Neben den Personenvorschlägen werden die Parteien der Landesliste mit deren ersten fünf Bewerbern gelistet. Die Reihenfolge richtet sich nach den Stimmen bei der letzten Bundestagswahl, wenn die Landesliste zuvor nicht daran teilgenommen hat, so werden diese Parteien alphabetisch gelistet.</p>
<p>Die Wahlhandlung (§§ 31–35) ist öffentlich, während die Stimmabgabe geheim ist. Beeinflussungen der Wähler durch Wort, Ton, Schrift oder Bild sind unzulässig. Zur Stimmabgabe sind Wahlkabinen zu stellen, die eine geheime Abgabe ermöglichen. Wer gehindert ist zu wählen, weil er nicht lesen kann oder weil er durch körperliche Umstände nicht wählen kann, kann sich der Hilfe einer anderen Person bedienen.</p>
<p>Der Wähler macht mit einem Kreuz bei den Kandidaten der Erststimme und einem Kreuz bei den Parteien der Zweitstimme seine Wahl kenntlich. Das Kreuz ist in dem dafür vorgesehen Kreis zu machen. Der Stimmzettel ist dann so zu falten (gegebenenfalls in einen Umschlag zu stecken), dass seine Wahl nicht erkennbar ist. Der Stimmzettel ist dann in die Wahlurne zu werfen. Inzwischen sieht das Bundeswahlgesetz die fakultative Möglichkeit der Stimmabgabe auch mit sog. Wahlgeräten vor.</p>
<p>Nach Auszählung aller Stimmen des Wahlbezirkes wird das Ergebnis an den Kreiswahlleiter geleitet. Von dort an den Landes- und von dort an den Bundeswahlleiter. Das amtliche Ergebnis ist festzustellen.</p>
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		<title>High Moon im Winchester</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 07:24:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>philip warschkow</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Shauns kleiner, englischer Vorstadtwelt ist einiges im Argen: Seine Freundin Liz (nebenbei hundsmiserabel synchronisiert), sein Mitbewohner und sogar seine Mutter sind allesamt sauer auf den Kundenberater. Während Shaun mit seinem sympathischen Trinkerfreund Ed lieber im Pub „Winchester“ rumhängt und säuft, möchte seine Freundin etwas erleben, schick essen gehen oder mit dem befreundeten Paar etwas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Shauns kleiner, englischer Vorstadtwelt ist einiges im Argen: Seine Freundin Liz (nebenbei hundsmiserabel synchronisiert), sein Mitbewohner und sogar seine Mutter sind allesamt sauer auf den Kundenberater. Während Shaun mit seinem sympathischen Trinkerfreund Ed lieber im Pub „Winchester“ rumhängt und säuft, möchte seine Freundin etwas erleben, schick essen gehen oder mit dem befreundeten Paar etwas unternehmen. Doch Ed, der bei Shaun wohnt und dort Gras vertickt, kann Shaun immer wieder überreden ins Winchester zu gehen. Die nächste Sauftour ist Vorprogrammiert, als Liz mit ihm Schlussmacht.<span id="more-56"></span><!--more--><br />
<img class="alignleft" src="http://www.starstore.com/acatalog/Shaun_Dead-winchester-01.jpg" alt="" width="248" height="240" /> Als am nächsten Morgen eine vermeindlich betrunkene Person bei den Zweien im Garten steht nimmt der Film eine unvorhergesehe Wendung: London wird von einer Zombie-Plage heimgesucht, Kirchengemeinden reden von der apokalyptischen Endzeit. Mit Cricketschläger und Spaten bewaffnet machen Shaun und Ed sich auf den Weg Liz und Shauns Mutter zu retten.<br />
Hört sich zunächst nach einem prüden 08/15 Horror an. Doch was Edgar Wright und Simon Pegg da gezaubert haben ist größtenteils genial. Das lange Vorgeplänkel, in der schwarzer Humor kein Stück zu kurz kommt macht den Film zu einem besonderen Horror-Ereigniss. So werden die Lachmuskeln sogar dann beansprucht, wenn einer der strunzdummen Zombies über den Haufen geprügelt wird. Gegen Ende nimmt der Horror jedoch immer mehr Überhand ohne wirklich bedrückend oder belastend zu werden.<br />
Hauptdarsteller Shaun leidet offensichtlich am „Falling Down“- Syndrom. Keine Angst: damit ist keine höhere Psychologie gemeint, sondern der gleichnamige Film mit Michael Douglas. Er besitzt die gleichen Motive und ist zudem noch ähnlich gekleidet. Man merkt schlicht wie es ihm immer mehr Spass macht sich den Frust von der Seele zu prügeln und wie er in der Rolle als Anführer dieser kleinen Überlebensgruppe aufgeht.<br />
Einige große Lacher, schöne Schocker und eine kleine Prise Tragödie machen den Film zu einem ganz besonderen Stück Horrorgeschichte und sollte jedem Gefallen der auf den britischen Humor steht und dem auch bei ernst gemeinten Horrorfilmen eher zum Lachen als zum Fürchten zu Mute ist.</p>
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