High Moon im Winchester
Die britische Splatterkömodie
In Shauns kleiner, englischer Vorstadtwelt ist einiges im Argen: Seine Freundin Liz (nebenbei hundsmiserabel synchronisiert), sein Mitbewohner und sogar seine Mutter sind allesamt sauer auf den Kundenberater. Während Shaun mit seinem sympathischen Trinkerfreund Ed lieber im Pub „Winchester“ rumhängt und säuft, möchte seine Freundin etwas erleben, schick essen gehen oder mit dem befreundeten Paar etwas unternehmen. Doch Ed, der bei Shaun wohnt und dort Gras vertickt, kann Shaun immer wieder überreden ins Winchester zu gehen. Die nächste Sauftour ist Vorprogrammiert, als Liz mit ihm Schlussmacht.
Als am nächsten Morgen eine vermeindlich betrunkene Person bei den Zweien im Garten steht nimmt der Film eine unvorhergesehe Wendung: London wird von einer Zombie-Plage heimgesucht, Kirchengemeinden reden von der apokalyptischen Endzeit. Mit Cricketschläger und Spaten bewaffnet machen Shaun und Ed sich auf den Weg Liz und Shauns Mutter zu retten.
Hört sich zunächst nach einem prüden 08/15 Horror an. Doch was Edgar Wright und Simon Pegg da gezaubert haben ist größtenteils genial. Das lange Vorgeplänkel, in der schwarzer Humor kein Stück zu kurz kommt macht den Film zu einem besonderen Horror-Ereigniss. So werden die Lachmuskeln sogar dann beansprucht, wenn einer der strunzdummen Zombies über den Haufen geprügelt wird. Gegen Ende nimmt der Horror jedoch immer mehr Überhand ohne wirklich bedrückend oder belastend zu werden.
Hauptdarsteller Shaun leidet offensichtlich am „Falling Down“- Syndrom. Keine Angst: damit ist keine höhere Psychologie gemeint, sondern der gleichnamige Film mit Michael Douglas. Er besitzt die gleichen Motive und ist zudem noch ähnlich gekleidet. Man merkt schlicht wie es ihm immer mehr Spass macht sich den Frust von der Seele zu prügeln und wie er in der Rolle als Anführer dieser kleinen Überlebensgruppe aufgeht.
Einige große Lacher, schöne Schocker und eine kleine Prise Tragödie machen den Film zu einem ganz besonderen Stück Horrorgeschichte und sollte jedem Gefallen der auf den britischen Humor steht und dem auch bei ernst gemeinten Horrorfilmen eher zum Lachen als zum Fürchten zu Mute ist.
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